Verbrennungen
Nach dem Tod der sechzigjährigen Nawal eröffnet ihre Freundin Helene Labelle den beiden Kindern Simon und Jeanne ihr Testament. Die beiden Geschwister erhalten zwei Briefumschläge, und der letzte Wille ihrer Mutter war, dass sie einen davon dem todgeglaubten Vater und den anderen dem Bruder, von dem sie nichts wussten, überbringen.
Anfangs widerwillig machen sich die Zwillinge auf die Suche nach dem Vater und dem Bruder, um ihnen die Umschläge zu überreichen und so den letzten Willen ihrer Mutter zu erfüllen.
Auf ihrer Reise decken die beiden immer mehr die Vergangenheit und den Lebenswegs ihrer Mutter auf. Auch lernen sie ihre eigene Vergangenheit immer besser kennen und erfahren am Ende ihrer Reise etwas Erschreckendes über ihre Herkunft.
Die Klasse 4d und ihr Regisseur Wolfgang Künzel haben das Publikum begeistert mit einer gekonnten Bühnenumsetzung des Dramas. Das Bühnenbild war schlicht, überraschend und hat zur intensiven Atmosphäre dieses Theaterabends beigetragen. „Verbrennungen“ ist kein einfaches, leicht zu konsumierendes Drama; doch wechseln tragische und ernste Momente mit selbstgespielten Musikeinlagen der Band und selbst heitere Augenblicke – gestreut über den gesamten Verlauf des Spielabends- lockern, als Kontrast zur tragischen Geschichte, den Handlungsverlauf immer wieder auf.
Alles in allem kann man sagen: Die Klasse 4 d präsentiert einen gelungenen Theaterabend, der zu Recht mit sehr viel Schlussapplaus bedacht wurde!
„Verbrennungen“ ist auf keinen Fall ein Stück über die Notwendigkeit, seine Wurzeln zu kennen, so wie es falsch ist zu glauben, es sei ein Stück über den Krieg. Es ist vielmehr ein Stück über den Versuch, in einer unmenschlichen Situation seine Versprechen als Mensch zu halten. (Wajdi Mouawad)
Die Aufführungen finden am Mittwoch, 30. November und Donnerstag, 1. Dezember um 20 Uhr in der Aula des Gymnasiums Bäumlihof statt. Zuschauer sind herzlich willkommen!
