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"Der jüngste Tag": Zum Abschluss der Theatersaison

Publiziert: 22.03.2018
Die Klasse 4I führt am 21. und 22. März um 20:00 Uhr in der Aula das Theaterstück „Der jüngste Tag“ von Ödon von Horváth auf. Zurzeit laufen die Proben im Theaterlager auf vollen Touren.

Im Stück geht es um Thomas Hudetz, den Bahnhofsvorsteher eines kleinen Dorfes. Bei der Bevölkerung gilt er als pflichtgetreuer Beamter und als bemitleidenswerter Ehemann, der von seiner deutlich älteren und verbitterten Frau gequält wird. Anna, die junge Tochter des Wirts, will die Frau des Vorstands necken, indem sie Hudetz am Bahnhof einen schnellen Kuss auf die Backe gibt. Aus dem vermeintlichen Spass wird blutiger Ernst: Hudetz gerät aus der Fassung, versäumt ein Signal und ein Zug donnert in einen anderen. Die Frage ist: Wer ist schuld? Wie reagieren die Leute im Dorf?

Premierenkritik von Lisa von Allmen:

Der Jüngste Tag

Ein Theaterstück der Klasse 4i

Schuld und Unschuld, richten und gerichtet werden, Liebe und Hass. Dies sind die zentralen und tiefgründigen Themen des Theaterstücks der Jüngste Tag.

An einem Bahnhof im 20. Jahrhundert wird das tragische Stück singend und auf der Gitarre spielend eingeleitet. Die Bürger des Dorfes Vygrebnaya und ein Reisender warten auf den verspäteten Zug und geben dem Publikum einen Einblick in das dörfliche Alltagsleben. Als der Zug mit den Passagieren verschwindet bleiben nur noch die Junge Anna Lechner und der Bahnhofsvorstand Thomas Hudetz übrig. Die verlobte Anna verführt und küsst den Vorstand, der dadurch verspätet das Zugsignal abgibt. Es kommt zu einer Tragödie, denn der Zug stösst mit einem anderen zusammen und 18 Menschen kommen ums Leben. Nun soll der Schuldige gefasst und gerecht verurteilt werden. Der Bahnhofsvorstand streitet aber jegliche Schuld ab und auch Anna nimmt ihn in Schutz. Seine dreizehn Jahre ältere Frau Josephine Hudetz belastet ihn allerdings und der Vorstand wird daraufhin vorläufig festgenommen. Nach vier Monaten Untersuchungshaft wird Thomas dann endlich freigelassen, denn man ist im Dorf von seiner Unschuld überzeugt. Das ganze Dorf feiert ausser Anna, denn sie will nicht mehr leben und gibt sich die Schuld am Zugunglück. Wird Thomas sie und sich selbst retten können?

Die Klasse 4i bewies in diesem Stück nicht nur ihre lobenswerten Schauspielkünste, sondern auch ihre musikalischen Talente sowie die Beherrschung der Technik. Die Schauspieler haben deutlich und klar gesprochen und sich in ihren Rollen sichtlich wohlgefühlt. Die Kreativität der Klasse wurde durch das Bühnenbild hervorgehoben, denn die eigentliche Bühne des Gymnasiums Bäumlihof wurde zu Sitzplätzen umfunktioniert und es gab auch weitere Sitzplätze um die Bühne herum, sodass sich die Bühne des Stücks in der Mitte des Publikums befand. Die Schauspieler konnten so besser mit den Zuschauern interagieren.Es ist empfehlenswert das Programmheft vor dem Theater zu lesen, um die etwas kompliziertere Handlung besser verfolgen zu können.

Ein sehr stimmiges und emotionales Theaterstück, das von der Klasse 4i hervorragend umgesetzt wurde.